Ein Drittel mehr Gewaltvorfälle an und um Reinickendorfer Schulen

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Berlinweit ist die Gewalt an Schulen angestiegen – und ganz besonders deutlich bei uns im Bezirk. Das geht aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf parlamentarische Anfragen des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor, so aktuelle Medienberichte.

Anstieg um 32,9 Prozent in Reinickendorf

Gemäß der “Morgenpost” handelt es sich bei den erfassten Delikten um “Straftaten im unmittelbaren Umfeld der genannten Schulen”, wobei ein Bezug zur Institution selbst nicht unbedingt gegeben sein müsse. Die Lage bei uns ordnet die Zeitung wie folgt ein: “Die meisten Straftaten an Schulen wurden in den Bezirken Mitte (665 angezeigte Taten) und Marzahn-Hellersdorf (582) registriert. Der Bezirk Reinickendorf, der noch im Jahr davor einen Mittelplatz einnahm, verzeichnete einen erheblichen Anstieg der Fälle um 32,9 Prozent und landete mit 529 registrierten Straftaten auf Platz drei der Negativstatistik.”

Der “Tagesspiegel” unterdessen schreibt, dass bei der Interpretation bzw. dem Vergleich von Bezirken z. B. berücksichtigt werden müsse, dass sich mancherort große Kliniken befänden, die jede für sich Hunderte Male pro Jahr in die Polizeistatistik gerieten. Eine Rolle für die Statistik spielt offenkundig auch die jeweilige Anzahl an Einrichtungen mit besonderem Schwerpunkt (z. B. Sonderpädagogik).

Wie sieht es an “Ihrer” Schule aus?

Sie möchten wissen, wie sich die Situation an den für Sie wichtigen Schulstandorten darstellt? Die Senatsantwort beinhaltet dazu eine tabellarische Übersicht – allerdings nicht dargestellt mit Institutions-Namen, sondern lediglich mit Adresse. Per Suchfunktion (Tipp: Tastenkombination Strg + F öffnet die Maske) können Sie in diesem PDF-Dokument nach relevanten Anschriften suchen:

https://www.tagesspiegel.de/downloads/22574940/2/anfrage_luthe.pdf

Aufgeführt sind in der Datei jeweils Fälle von Beleidigung, Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsberaubung, Bedrohung, Raub, Sachbeschädigung, Sexualdelikte, sonstiger einfacher Diebstahl, Straftaten im Zusammenhang mit Btm/NpSG (also Drogendelikte – Anmerkung der Redaktion), Taschendiebstahl und ‘sonstige Straftaten’.

Quellen:

3 Kommentare

  1. Wenn quantitative Erhebungen was über Qualität aussagen wollen… Ich denke es klingt alles bedrohlicher, als es ist. Zudem ist das Formular wirklich sehr unübersichtlich und was bitte sind “Sonstige Straftaten”? Da scheint die Mehrheit der Vorfälle vorzuliegen und nicht wie in der Überschrift bei “Gewalttaten”.

  2. JEDER Gewaltvorfall in Schulen bedrohlich, für das bedrohte Kind. Daher gilt, jeden Vorfall ernst zu nehmen. Nicht zu dramatisieren, sondern sich jedem Vorfall zu stellen und klar Stellung zu beziehen. Die mediale Macht, der die Kinder ausgesetzt sind, muss durch klare Reaktionen durch Menschen reflektiert werden. Mädchen dürfen sich z. B. nicht daran gewöhnen, als Bitch beschimpft zu werden. Bagatellisieren ist Feigheit und hilft niemandem.

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